Über mich

CV

Abgeschlossenes Studium Bildhauerei / Lehramt Werken / Lehramt Bildnerisches Gestalten FHNW

CAS Kulturverantwortliche für Schulen FHNW / CAS Medienpädagogik ICT BL/BS/SO

27 Jahre Lehrkraft für Bildnerisches Gestalten / Technisches Gestalten an verschiedenen Schulen

15 Jahre Dozentin für Stop-Motion und Videobearbeitung ULEF/PZ.BS

Seit 2021 eigenes Atelier für manuellen Tiefdruck / Radierungen in Basel

Mitglied LBG EAV

Ausstellungen

2025
"Tiefdruck und Rauchbrandkeramik" - Ausstellung mit Marion Schumacher, Galerie balagan ARTS, Basel
2024
"Radierungen" - Ausstellung mit Kerstin Dürrbaum, Trotte, Arlesheim
2024
"basel[un]sichtbar" - Gruppenausstellung 100 Jahre Fotowerk, BelleVue, Basel
2024
Accrochage, SfG Basel
2023-25
Ausstellung mehrerer Werke im Goldschmiede-Atelier Aline Senn, Basel
2023
"Radierungen" - Ausstellung mit Silvia Pache und Fritz Egger, Heimatmuseum Reinach
2021/22/24
Gruppenausstellungen zum Tag der offenen Tür, SfG Basel
2016
Ausstellung mehrerer Werke in der Praxis Dr. Benz, Fribourg
2014
Ankauf "Triptychon" von Firma KGM GmbH, Mendig
2013-25
Dauerausstellung einzelner Werke in der SfG Basel
2011
Gruppenausstellung "essbar", SfG Basel
2009
Einzelausstellung "59 Begegnungen", Galerie Teehaus Sissach
Diverse Ankäufe von Privatpersonen

Publikationen

2024
"Ein Jahrhundert Fotografie" - Jubiläumsband 100 Jahre Fotowerk Basel
2023
Artikel im WOCHENBLATT Birseck und Dorneck vom 19. Okt. 2023
2009
Artikel in der "Volksstimme" Nr. 60 vom 26. Mai 2009
2009
Pulfer, Angelika (2009). 59 Begegnungen, Norderstedt, Deutschland: BoD-Verlag. ISBN-13: 9783837089691
1974
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 1. April 1974

Über diese Website

Im Zentrum der Arbeit steht eine einfache, fast poetische Idee: Bilder schweben im Raum.

Sie bilden keine lineare Galerie, keine feste Reihenfolge, keine kuratorisch vorstrukturierte Wand. Stattdessen entsteht eine Wolke aus Bildern – ein visuelles Feld, in dem Arbeiten frei im Raum verteilt sind und sich langsam bewegen.

Diese Form widerspricht bewusst der klassischen Ordnung der Präsentation von Bildern. Traditionell werden Arbeiten an Wänden ausgerichtet, in Reihen gehängt, chronologisch oder thematisch sortiert. Hier dagegen entsteht ein Raum, der eher einer Erinnerung oder einem Gedankennetz ähnelt als einer Ausstellung. Die Bilder existieren nebeneinander, überlagern sich in der Wahrnehmung und bilden temporäre Beziehungen.

Man könnte sagen: Die Bilder verhalten sich wie Gedanken.

Gedanken erscheinen selten in einer klaren Reihenfolge. Sie treiben, verbinden sich, lösen sich wieder voneinander und tauchen später erneut auf. Genau dieses Prinzip scheint die Bilderwolke aufzunehmen. Sie ist kein Archiv und keine Sammlung im klassischen Sinne, sondern eher ein lebendiges Feld visueller Assoziationen.

Der Betrachter bewegt sich nicht physisch durch einen Raum, sondern durch einen digitalen Wahrnehmungsraum. Ein Bild tritt hervor, wenn man ihm Aufmerksamkeit schenkt. Es wächst, wird klarer, und plötzlich erscheint eine Legende – ein Text, der dem Bild eine weitere Bedeutungsebene hinzufügt. In diesem Moment entsteht eine kurze Konzentration: Bild und Text bilden eine Einheit.

Doch auch diese Einheit ist nicht dauerhaft. Sobald man den Fokus wieder löst, kehrt das Bild in die Wolke zurück. Es wird wieder Teil des Ganzen, Teil des visuellen Hintergrunds, Teil eines fließenden Systems.

Dieses Wechselspiel zwischen Fokus und Auflösung ist vielleicht der eigentliche Kern der Arbeit.

Philosophisch erinnert diese Struktur an das Verhältnis zwischen Aufmerksamkeit und Welt. Unsere Wahrnehmung funktioniert selten wie ein statisches Bild. Vielmehr gleicht sie einem Prozess: Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf etwas, isolieren es kurz aus dem Hintergrund und lassen es anschließend wieder in den Strom der Eindrücke zurücksinken. Die Bilderwolke macht diesen Prozess sichtbar.

Auch kunsthistorisch lässt sich das Projekt in eine interessante Tradition einordnen. Seit der Moderne versuchen Künstler immer wieder, lineare Ordnungen aufzubrechen und stattdessen offene Systeme zu schaffen. Man denke etwa an Bildatlanten, visuelle Archive oder konzeptuelle Arbeiten, in denen Bilder nicht streng hierarchisch angeordnet sind, sondern durch Beziehungen miteinander in Dialog treten.

Die Bilderwolke steht in dieser Tradition, übersetzt sie jedoch in eine zeitgenössische digitale Form. Das Medium des Webs erlaubt es, dass Bilder nicht mehr statisch bleiben müssen. Sie können sich bewegen, reagieren und ihre Position verändern. Dadurch entsteht eine Art visuelle Ökologie – ein System, in dem jede Arbeit Teil eines größeren Zusammenhangs ist.

Interessant ist auch die Rolle des Betrachters. In einer klassischen Ausstellung bestimmt die Kuratorin oder der Künstler weitgehend die Reihenfolge der Wahrnehmung. Hier dagegen entscheidet der Betrachter selbst, welchem Bild er sich nähert. Die Ordnung entsteht erst im Moment der Interaktion.

Damit wird der Betrachter gewissermaßen zum Mitgestalter der Erfahrung.

Gleichzeitig bleibt das System nicht vollständig kontrollierbar. Die Bewegung der Bilder, die zufälligen Konstellationen und das kontinuierliche Fließen des Hintergrunds erzeugen eine Dynamik, die sich nie vollständig fixieren lässt. Jeder Besuch der Seite ist daher leicht anders. Bilder erscheinen in neuen Beziehungen, neue visuelle Dialoge entstehen.

Man könnte sagen: Die Arbeit bewegt sich zwischen zwei Polen.

Auf der einen Seite steht das einzelne Bild – ein konkreter visueller Moment, ein Fragment der Wirklichkeit. Auf der anderen Seite steht das offene Feld der Bilderwolke, in dem diese einzelnen Arbeiten Teil eines größeren, beweglichen Systems werden.

Die Website wird dadurch weniger zu einer Galerie als zu einem Erfahrungsraum.

Dieser Raum ist nicht laut oder spektakulär. Seine Wirkung entsteht eher durch eine subtile Balance: Bewegung und Ruhe, Hintergrund und Fokus, Bild und Text, Ordnung und Zufall. Ein Bild kann sich kurz aus der Wolke lösen, sich vergrößern, klar werden – und dann wieder zurückkehren.

Vielleicht liegt genau darin eine poetische Qualität dieser Arbeit.

Sie erinnert daran, dass Bilder nicht nur Objekte sind, sondern auch Ereignisse der Wahrnehmung. Sie erscheinen, werden gesehen, hinterlassen eine Spur – und verschwinden wieder im Strom der Bilder.

Die Bilderwolke macht diesen Prozess sichtbar.

Sie zeigt eine mögliche Form, wie Bilder im digitalen Raum existieren können: nicht als statisches Archiv, sondern als lebendiges Feld von Beziehungen, Erinnerungen und Blicken.

Angelika Pulfer

Weitere Webdesign-Projekte

Die Bilderwolke ist auch Teil meiner Auseinandersetzung mit digitalen Räumen. Weitere Webdesign-Projekte finden sich unter Bildwerkstatt.